JANUAR
Im Januar verdaute ich noch meinen zu entspannten, kanadischen Silvesterabend während ich im Flieger nach South Carolina saß. Dort angekommen stritt ich den Monat mit Behörden, recherchierte die ersten Themen für meine Abschlussarbeit und fuhr zwischendrin nach Washington um den Martin-Luther-King-Day zu feiern.
 
 
FEBRUAR
Im zweiten Monats meines Praktikums gings nach Charlotte zu den Dallas Maveriks. Dirk Novitzki in Bestform! Auch die temporäre Heimat kostete ich in vollen Zügen aus und so schaute des öfteren Mal in Greenville Downtown vorbei oder beschoss Kollegen mit Farbkugeln. In Nashville lernte ich Countrymusik kennen und wie Jack Daniels hergestellt wird.
 
 
MÄRZ
Im März verließen mich die meisten meiner Mitbewohner, wurden aber durch noch partywütendere Exemplare ausgetauscht… Obwohl bereits die Thesisuhr lief, verbrachte ich den halben Monat in Florida. Erst Springbreak Panama City Beach und dann noch ne Woche unbezahlten Urlaub in Florida. Das Ganze in meinem neuen Lieblingsauto, einem Oldsmobile 88, nachdem sich der Mazda über den Jordan verabschiedet hatte. Weiterhin zollte ich meinem Arbeitgeber Tribut und heizte man schön mit dem M3 über die Teststrecke.
 
 
APRIL
Im April kaufte ich mir, neben meinem neuen Lieblingsgadget, dem iPad 2, noch ein Nexus S Android-Smartphone. Mobiltechnisch war ich nun gerüstet für einen weiteren Reisemonat, der mich nach CharlestonCharlotteSavannah und Chicago führte.
 
 
MAI
Nach der traditionellen Maiwanderung musste ich einige liebgewonnene Freunde verabschieden. Reisetechnisch war ich „nur“ campen bei Savannah, allerdings bekam ich pfälzischen Besuch, der sich vorzüglich auf der Shooting Range vergnügte. Im Mai lieh ich mir auch mal wieder einen Fernseher, den einzigen Fernseher den bisher in meinem Leben besessen habe… Meine Abschlussarbeit war Ende des Monats textlich abgeschlossen, allerdings stand noch die Korrekturlesung an.
 
 
JUNI
Im Juni verschlug es mich nach St. Louis, Nashville, auf eine Berghütte und in das kleine Städtchen Clemson. Insgesamt ein sehr stressiger Monat, da ich langsam meine Zelte in South Carolina abbrechen musste. Nachdem die Abschlussarbeit abgegeben, die Abschlussparty gefeiert war, stellte sich Katerstimmung ein, da das Abenteuer Amerika sich dem Ende entgegen neigte.
 
 
JULI
Im Juli beendete ich meinen USA-Aufenthalt und mein Studium. Nach Trips nach Boston und New York gings wieder zurück nach Karlsruhe. Nachdem mein Studium mit Kolloquium und semi-guter Abschlussparty abgeschlossen war, begann der Urlaub vom Urlaub.
 
 
AUGUST
Im August gammelte ich eigentlich nur im Wohnheim ab, was gut war, aber irgendwie nicht mehr dem Amerika-Lebensstil entsprach. Also schnappte ich mir meine Lieblingskommilitonen und fuhr fürn paar Tage nach Italien zum zelten. Die Hummeln im Hintern führten dann auch zu einer super Kanutour mit der Crew, einer Radtour Neustadt-Karlsruhe, einem Pendulum-Konzert im Saarland und einem legendären Summerbreeze-Festival Besuch. Ich sage nur: „Everyday I’m shuffling“.
 
 
SEPTEMBER
Im September startete ich wieder in München. Die Stelle hatte ich noch im Amiland klar gemacht und führte den Inhalt meiner Thesis weiter. Zum gleichen Zeitpunkt startete auch meine Wohnheims-, Hotelodysee, die mich bis Dezember noch in Atem halten sollte. Immerhin konnte ich die gesparte Miete in einige Trips und Aktionen investieren. So gings mal nach Frankfurt auf die IAA oder viel zu oft auf das Oktoberfest.
 
 
OKTOBER
Im Oktober saß ich schon wieder fest im Arbeitssattel, weswegen sich mein Lebensstil wieder normalisierte. 5 Tage arbeiten. Freitags gemütlich. Samstag Party. Sonntag Trips, z.B. nach Regensburg oder Stuttgart.
 
 
NOVEMBER
Der November war relativ unspektakulär. Ich machte einen kurzen Abstecher nach Karlsruhe um Party im Wohnheim und in der Stadt zu machen. Cool war der Besuch in Dresden, wobei ich leider kaum Leute traf, die ich dort treffen wollte… In München lernte ich das Glockenbachviertel lieben und zu genießen :-)
 
 
DEZEMBER
Anfang des Monats zog ich Möbelkauf und Umzug in die neue Wohnung in sportlichen 4 Tagen durch. Mit eigenem Bett wohnt es sich schon entspannter.  Gelernt habe ich Möbel aufbauen und wo der IKEA ist. Neben der Wohnung legte ich mir noch meinen ersten BMW zu. Ein Glücksgriff auch wenn man normalerweise im Winter kein Auto kauft. Nach diversen Adventsfestivitäten gings Mitte des Monats zurück nach Karlsruhe um Party in der Straßenbahn zu machen. Im Anschluss machte ich noch ein bischen die Pfalz und das Wohnzimmer meiner Eltern unsicher. Nach den Feiertagen gab es ein Legau-Revival mit der Waldjugend. Das schönste Silvester seit langem!
 

Nach längerer Blogabstinenz finde ich heute endlich mal wieder Zeit ein Lebenszeichen aus Bayern abzugeben :) Zu allererst - ja ich bin inzwischen Wahl-Münchner. Und zwar seit 11.11.11. Das ist kein schlechter Karnevalsscherz, doch nach 2 1/2 Monaten Hotel wurde es einfach mal Zeit.

Eine feste Bleibe habe ich zwar erst ab Anfang Dezember, dafür spare mir gerade Miete die ich auch schon direkt wieder in einen Bimmer von 1996 investiert habe... Der Tiefgaragenplatz muss ja ausgenutzt werden :) A propos Bimmer. Bei BMW läufts prima. Arbeit macht Spaß und auch das "Drumrum" stimmt. Kollegen sind super drauf und jetzt nachdem ich Visitenkarten habe, kann ich auch exzessiv networken. Ein schöner Nebeneffekt eines Jobs bei einem Automobilkonzern ist, dass ich komme regelmäßig zum Mieten der Abteilunsautos komme. Praktisch wenn man diese dann auch gut nutzen kann und z.B. mal Regensburg mitm neuen 1er oder Stuttgart und Karlsruhe mit dem X3 unsicher machen kann. 

Beide Male war ich mit Kollegen aus South Carolina unterwegs. Die treffe ich in München dauernd, was irgendwie ziemlich witzig ist...Meine Reisetaktung aus den USA kann ich back in good old Germany nicht so beibehalten, allerdings sitze ich trotzdem fast jedes Wochenende im Auto oder Zug um Freundschaften, neudeutsch "Networks", in Neustadt, Zweibrücken, Landau, Karlsruhe, Wiesbaden, München, Regensburg, Dresden oder sonstwo in der Republik zu pflegen. 

München ist natürlich auch eine sehenswerte Stadt, weswegen ich mich öfers über spontanen Besuch aus diversen Ecken Deutschlands und der Welt freuen darf. Den Besuchshöhepunkt stellt bisher das Oktoberfest dar, bei dem sich zwischenzeitlich Leute aus Karlsruhe, der Pfalz und South Carolina die Klinke in die Hand gegeben haben. 

Während dieser Zeit explodierten die Hotelpreise in Minga, weswegen ich gradewegs ins Wohnheim an der Theresienwiese verfrachtet wurde. Es gibt schlimmeres als in Laufweite der Wiesn zu wohnen...

Fotos wie immer in rauen Mengen bei ipernity: www.fotos.hofherrm.de 

...führe ich nun seit 4 Wochen. In regelmäßiger Unregelmäßigkeit wechsele ich zur Zeit Schlafplätze und Orte nachdem ich wieder aus den USA zurück bin. Da mein altes Zimmer inzwischen das inoffizielle Büro meiner Mutter ist sowie mein Zimmer im Wohnheim bereits gekündigt ist, sind Isomatte und Schlafsack somit zur Zeit die meißtgenutzte Schlafgelegenheit. Doch das ist gut! 
Jaja - denn neben viel Party hat mir der USA vor allem eines gebracht. Eine unbefristete Festanstellung bei BMW in München! Nachdem ich mich nun Bachelor of Arts nennen darf, werde ich dort ab September als Technischer Redakteuer meinen Dienst verrichten. Netterweise habe somit zwischen "Back to Germany" und "Back to the Office" 1 1/2 Monate Freizeit :-) Und diese nutze ich zum exzessiven Reisen. Man könnte es auch als Fortsetzung des Amerika Lebensstils bezeichnen.

So fahre ich innerhalb einer Woche nach München für ein Personalgespräch. grille in Karlsruhe mit den Mitbewohnern, begieße mit meiner Familie den Abschluss in Neustadt und fahre direkt weiter nach Trier zur Waldjugend. Zwischendrin gehts dann noch zu meinen Freunden nach Zweibrücken und wenn die TR-Kommilitonen mal da sind starten wir einfach mal einen Roadtrip an den Comer See und nach Mailand. 

 

Finden sich zwischendrin noch ein paar Leute gehts auch mal für ein Wochenende auf der Mosel kajaken...

 

Es sind schon verrückte Wochen in denen ich gerade lebe, aber ich muss noch die letzten Reste Freiheit Studentenleben nutzen. So viel dazu. Diese Woche gehts dann noch zu Dropkick Murphys und Pendulum ins Saarland bevor dann nächste Woche die lange Festivalwoche auf dem Summerbreeze ansteht. It's gonna be legend...wait for it...dary! 

Alles also frei nach dem Sommermotto: Everyday I'm shuffling.

 

Nach knapp einer Woche Sightseeing an der Ostküste geht mein Abenteuer USA nun endgültig zu Ende.
Donnerstags sortiere ich nicht nur meinen Tisch auf der Arbeit, putze mein Zimmer und packe meine Koffer, sondern ich muss mich auch schweren Herzens von meinen Arbeitskollegen verabschieden. DIe Zeit im BMW ITRC war echt super. Mit einigem Stolz kann ich sagen, dass sie sogar so super war, dass ich bald in München eine Stelle bekomme. Was sagt man dazu :-)
Freitags gehe ich mit meinem Auto auf die letzte Reise. Frisch gewaschen und getankt wartet es jetzt auf den neuen Besitzer. Auf dass er noch viele schöne Stunden mit dem Oldsmobil haben möge!
Mit einem vollgepackten Minivan geht es dann Mittags endgültig "on the road". Bye bye Farm, bye bye South Carolina.
Der Weg nach Boston ist verdammt lange, aber nach diversen Gesetzesübertretungen in Form von offenen Bierdosen im Auto und einer durchzechten Nacht in einem Super 8 Motel, erreichen wir dann nach 17 Stunden Fahrzeit Samstags Abends endlich das Haus von Meghans Freund in Melrose.

Meghan ist auch eine ehemaligen Praktikantin und hat mich schon Anfang März in SC zurückgelassen. Umso schöner fand ich es, dass wir uns noch mal in ihrer Heimat treffen konnten. Die Tage in der Stadt gehen wie im Flug vorbei. Dank unseres verplanten Tourguides sehen wir Ecken von Boston, die wir gar nicht eingeplant hatten ;).

Egal. Ist ne sehr schöne und alte Stadt und auf jeden Fall sehenswert. Vorallem war ich jetzt mal in Harvard und am MIT ^^. Der Bostontrip endet mit einem Baseballspiel der Red Sox (laaaangweilig) und einem halbstündigen Feuerwerk über dem Hafen.


Hätte doch echt nicht sein müssen. Nur weil ich nach Hause fliege….(könnte natürlich auch mit dem Independence Day zusammenhängen ;-)).

Fotos: http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/242297

Dienstags lassen wir Boston zurück und machen uns auf den Weg in das Moloch New York City.

Ist immer noch genauso heiß wie bei meinem letzten Besuch 2007 und länger als ein paar Tage werde ich es nie dort aushalten. Auch in NY treffen wir einen ehemaligen Praktikanten von BMW Spartanburg. Louis führt uns zielsicher durch Chinatown und Little Italy und zeigt uns auch neue Ecken von New York (so z.B. der Highfield Park).

Louis verabschiedeten wir bei einem Feierabendbier, dass wir sogar in einem Biergarten trinken dürfen. Es geschehen noch Wunder…

Fotos: http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/242302

Nach 2 exzessiven Sightseeing Tagen plage ich mich noch ein letztes Mal mit meinen 2 Koffern ab. Jetzt wo diese eingecheckt sind und ich kurz vorm Boarding bin, werde ich doch etwas melancholisch. War das eine geile Zeit hier. Ich werde es vermissen und immer gerne dran zurückdenken. Vielleicht besuchen mich ja einige meiner neuen amerikanischen Freunde mal in Deutschland. Bye Bye.

Update: Bin gut gelandet und wieder ins Wohnheim nach Karlsruhe gezogen. So schnell ist man wieder im Altagstrott drinne :-( .

30. Juni 2011 - Letzer Tag bei BMW in Greenville ;-(

So schnell ists rum. Eben sitze ich noch im Flieger nach South Caroliona und rege mich über den Südstaatenwinter auf, schon schwitze ich bei 35 Grad im Schatten und packe meine Koffer. 6 Monate ist in der heutigen Zeit eigentlich gar nichts mehr... Vorallem da man dank Skype, Webcam, E-Mail und Facebook eigentlich nie den Anschluss verliert. Ich hoffe ich konnte den Draht nach Deutschland, u.a. auch mit diesem Blog, halten. Es war eine super Zeit hier und ich werde echt die ganzen tollen Aktionen, wilden Partys und die vielen Leute vermissen.

In den 6 Monaten hier habe ich ungefähr soviel erlebt wie fast die komplette Studentenzeit vorher. Unglaublich.

Nach der tollen Abschiedsparty (http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/240610) letzten Freitag gehts morgen nun gen Boston und New York.
Von dort werde ich dann auch am 07.Juli die USA hinter mir lassen. Am 08.Juli um 11 Uhr sollte ich wieder deutschen Boden unter den Füßen haben :-)

Trotz aller Erlebnisse ists jetzt auch mal wieder gut die Heimat zu sehen. Auch wenn mich dort noch einiges an Stress mit mündlicher Abschlussprüfung, Umzug und Jobsuche erwartet, freue ich mich wirklich wieder meine Familie und Freunde zu sehen.

In diesem Sinne.

Danke Leute für die geile Zeit. Ich werde es vermissen.

P.S.: Nen Haufen Einzelschnappschüsse vom Praktikum gibts hier: http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/219094

P.P.S: Der Reisebericht von Boston und New York folgt natürlich auch noch :-)

...wenn das Gute liegt so nah? Das hat schon der gute Goethe gewusst und dieses Wochenende befolge ich diesen Rat. Bin ich im letzten halben Jahr durch den gesamten Osten der USA geturnt, so hab ich es noch nicht oft in die nähere Umgebung geschafft. Diese nähere Umgebung ist neben Greenville (wo ich schon öfters war) das kleine Städtchen Clemson. Nicht nur dass mein Arbeitsplatz auf einem Außenposten der Clemson University (ICAR (der Fahrzeugtechnikcampus)) liegt, sondern auch einer meiner besten Arbeitskollegen, der Globetrotter-Spanier Ignacio, studiert und wohnt in Clemson. 

Also - auf geht es den Arbeitskollegen besuchen! Im Laufe der Woche entwickelt sich der Trip auch mehr und mehr zum Abteilungsausflug. Letzenendes fahre ich mit 3 Amis aus dem ITRC sowie einem deutschen Kollegen Freitags gen Clemson. Dort erwartet uns Ignacio mit seinen partyfreudigen Kommilitonen, sowie eine kleine aber feine Barmeile. Aus mehr als Barmeile und der Universität besteht das Städtchen allerdings nicht ;-) 

Trotzdem ein sehr lustiger Trip und ein erster und letzter Abstecher in die lokale Studentenszene.

Fotos: http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/239778 

Samstag nüchtern wir dann noch gediegen am Pool aus.

Abends bekomme ich noch eine interessante Einladung: "Komm doch morgen mit in die Kirche! Presbytarian". - "Hmm - warum eigentlich nicht. Dann kann ich wenigstens sagen ich war im "Bible Belt" mal in einer Kirche." Ok - am nächsten Morgen stehe ich um halb 11 vor einer "Kirche", in die über 1000 Leute reinpassen und die einen eigenen Starbucks hat... Verkehrseinweiser erklären den Amis wie man richtig parkt bevor diese dann, in kurzer Hose und FlipFlops, sich in die Kirche begeben.

In den Südstaaten erwarte ich eigentlich ein brennendes Kreuz und fanatische Christen, aber weit gefehlt. Statt eines Kreuzes hängen in der Kirche fünf gigantische Leinwände, auf denen das gesamte Spektakel, welches sich auf einer Bühne abspielt, gezeigt wird. Der Gottesdienst beginnt mit einigen rockigen Lieder über den Übermensch Gott bevor dann ein leger gekleideter "Pfarrer" über Männerfantasien und Seitensprünge referiert (am amerikanischen Vatertag möchte die Kirche den Männern ins Gewissen reden). In die Zeremonie werden immer kleine Videobeiträge über sonstige Themen eingestreut.
Kommt man nicht aus dem Bett kann man sich unter http://www.brookwoodchurch.org/ den ganzen Gottesdienst auch im Nachhinein noch reinziehen (ich war bei "Faithfulness";)...

Alles in allem eine sehr merkwürdige Interpretation von Kirche - würde man alle kirchlichen Themen durch Apple-Produkte ersetzen - man wäre auf einer Steve Jobs Keynote...haha. Es war wenigstens nicht so ätzend langweilig wie in Deutschland, aber hingehen tu ich auch nich mehr...

Stimmung: Am Freitag ist Abschiedsparty ;-(
Wetter: Heiß, heißer, South Carolina

Wie es sich für jede Praktikantenrunde gehört, verbringen auch wir ein Wochenende auf einer luxuriösen Berghütte, amerikanisch "Cabin" genannt. Mitten in den "Smokey Mountains" findet man fast auf jeder Bergkuppe einzelne oder mehrere von diesen mehrstöckigen Holzhütten.

Obwohl wir sehr spontan buchen finden sich 14 Leute, die sich den Spaß nicht entgehen lassen wollen. Bei 46 $ für das ganze Wochenende kann man sich auch nicht beschweren...

Einrichtungstechnisch können wir uns bei der "Bella Vista" Cabin nicht beschweren. Den wunderschönen Blick auf die umliegenden grünen Bergkuppen können wir bei 90° Fahrenheit aus dem Hot-Tub auf dem Balkon genießen :-) Ist man gut durchgekocht, verbringen wir die restliche Zeit mit Tischfußball und Airhockey(!). Außerdem stehen mehrere Kühlschränke für die gut gekühlte Versorgung durch alkoholische Getränke bereit...

Ist einem mal nach gediegener Unterhaltung, kann man sich auf den 4 Fernsehern nen Film reinziehen. Gediegene Abgammelrunden auf irgendwelchen Betten und unser Limbokontest runden unser Erlebnis "Cabin" ausgezeichnet ab.

Um wenigstens ein bischen Outdoor-Bergfeeling aufkommen zu lassen gehen wir Samstags noch Rafting! Bei der Fahrt auf dem Pigeon River werden wir ziemlich nass, aber bei Außentemperaturen von um die 30°C lässt man sich das auch gerne gefallen.

Sonntags unternehmen wir noch die obligatorische Bergwanderung - bei schwülen 30°C ist das allerdings wenig Spaß.

Naja immerhin sehen wir noch was von der einheimischen Natur in Form einer Schlange die einfach mal unseren Weg kreuzt. Faszinierend.

Alles in allem ein sehr entspanntes Wochenende. Leider auch schon einer der letzten größeren Trips hier in den USA :-(

Fotos: http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/238948

Temperatur: 34°, schwül
Stimmung: Aufbruchsstimmung. Letzte Dinge wollen organisiert werden...

Waffengesetze...

...werden nicht zum Spaß gemacht, sondern sollen Waffen in kundige Hände geben. Das Märchen das Waffen doch das uramerikanischte sind und unbedingt zur Selbstverteidigung gebraucht werden, sollten selbst die Amis nach "Bowling for Columbine" doch verstanden haben. Trotzdem predigt hier die NRA weiterhin das Recht zur Selbstverteidigung denn "wenn jeder eine Waffe hätte könnte man den Amokschützen ja auch zur Strecke bringen"... Unglaublich...

Umweltfreundlich
...sollte nicht nur auf jeder Plastikflasche die jetzt "mit weniger Plastik" hergestellt wurde stehen, sondern auch mal in den Köpfen der Menschen Einzug halten. Die Resourcenverschwendung nimmt in diesem Land Formen an, die unvorstellbar sind. Warum muss man jeden kleinen Artikel an der Wal-Mart Kasse in eine eigene Tüte packen? Warum verkauft man Wasser nicht in Mehrwegflaschen, sondern grundsätzlich in winzigen Plastikflaschen? Und warum muss man überhaupt Wasser in Flaschen kaufen? Leistungsfähige Kläranlagen können auch Trinkwasser produzieren, dass nicht wie Schwimmbad schmeckt! Warum muss man ein riesen SUV in der Stadt fahren, nur weil man vllt mal "ein Boot ziehen" muss?! Unverständlich. Aber Deutschland wird hier in den nächsten Jahren einen großen Markt haben. Spätestens wenn der Spritpreis hier europäische Dimensionen annimmt, wird man sicher mal über alternative Energien oder einfachste Dinge wie öffentliche Verkehrsmittel nachdenken... Wir haben dann hoffentlich die passenden Lösungen in der Tasche und können damit gut Geld verdienen.

Radio...
...ist besser wenn Musik läuft. Wenn es hier eins gibt dass ich hasse, sind es Morningshows mir Ryan Seacrest, dem beliebsten Radiomoderator Amerikas. Wer bitteschön hört sich gerne einen sinnfreien Dialog von drei Radiomoderatoren an?! Das nervt! Außerdem ist der Informationsgehalt gleich Null. Wo in Deutschland halbstündlich Nachrichten und Verkehrsmeldungen kommen, kommt hier einfach nichts... So viel zum Thema Bildung und so...

Kaffee und Brot...
...sind keine europäischen Erfindungen, meiner Meinung nach dort aber perfektioniert worden. Liebe Amerikaner, Schlabberbrot und Iced-Coffee-Latte machen nur dick - nicht satt oder wach!

Fitness..
kann man auch im angrenzenden Wald machen - wenn es Wege gäbe... Natur und Sport passen hier noch nicht ganz zusammen. Die Fitnessstudios freuen sich.Ach so - und mal die Füße benutzen kann auch nicht schaden ;-)

Stoppschilder...
dienen dazu "Vorfahrt" zu "achten", nicht dazu dass alle anhalten und in der Reihenfolge fahren, wie man an die Kreuzung gekommen ist (4-way-stop).

Coupons...
sollten nur zu speziellen Anlässen gelten und nicht für alles und immer verfügbar sein. Das System funktioniert so nicht!

Krank sein...
..soll man doch bitte zuhause. Da in den USA jede Krankmeldung zu einem Verdienstausfall führt geht man halt auch mal mit Fieber zur Arbeit. Schwachsinnig da man so das ganze nur rauszögert, anstatt sich mal 2 Tage komplett auszukurieren.

Weniger gespielte Prüderie
Das klassische Vorurteil der prüden Amerikaner kann ich hier nicht 100% bestätigten. Stattdessen wird dieses Thema sehr schizophren behandelt. Einerseits darf man in Radio und Fernsehen nicht fluchen, geschieht das mal doch wird auf das Schipfwort prominent durch einen Signalton hingewiesen ;-) Neben Schimpfwörtern zählt Nacktheit und der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit zu den weiteren No-Gos hier in Amerika. Dass alle Restriktionen in dieser Hinsicht wirkungslos sind, sieht man daran wie die Leute sich hier damit verhalten. Geschimpft wird ganz ungeniert und z.B. viele Künstler provozieren damit gezielt, um ihre Bekanntheit zu steigern. Da wird dann im Radio schonmal S&M von Rihanna gespielt und danach zwischen den 3 Radiomoderatoren á la Telefonseelsorge der Seitensprung von letzter Nacht diskutiert... Außerdem gibts irgendwie an jeder Ecke Stripclubs und im Club ist schonmal der Hartalkohol billiger als normales Bier. Hat man die Eintrittskarte in das unzensierte Leben, nämlich den Ü-21-Ausweis, ist Amerika ungezügelt und wild. Deutschland ist in dieser Hinsicht nicht so gekünstelt. Das typische Vorurteil der Amis ist, dass Europa doch der Hort der Versuchung ist und alles wie Eva's Apfel zum Rauswurf aus dem Paradies führt. Nein liebe Amerikaner - stimmt so nicht. Wir zeigen nur was wir haben und sind stolz auf unsere Wein- und Bierkultur.

Bildung besteht nicht nur aus Schulabschlüssen
In den 5 Monaten habe ich inzwischen auch soviel mit dem Ami-College-Studenten-Praktikanten-Kollegen zu tun gehabt, dass ich mir zumindestens ein vorsichtiges Urteil über das amerikanische Schulsystem zutraue. In Deutschland wird mit allen Mitteln versucht weniger Schulformen zu erzwingen und das Studium mit Bachelor und Master möglichst zu amerikanisieren. Totaler Schwachsinn wenn man hier sieht, dass in der Highschool alle wie in der Grundschule zusammengepfercht sind. Hat man mit 17 mal die Möglichkeit sich mit mehr oder minder intellektuell gleichgesinnten im Studium zu treffen, wird man aber trotzdem die Highschooler nicht los. Ausbildung oder früher Schulabgang exisitieren hier nicht. Will man nicht als Einkaufswagensammler bei Wal-Mart enden, muss man sich zumindestens durch ein Bachelorstudium durchbeißen. Das endet dann ganz unwissenschaftlich mit keiner Abschlussarbeit, sondern es gibt einfach ein weiteres Zeugnis - das Bachelorzeugnis. Dies wird inzwischen so inflationär vergeben, dass nur Bestnoten noch eine Jobchance garantieren. Meiner Meinung nach ziemlich bescheuert. Auch kann selbst der dümmste Highschooler am Ende ein Bachelor-Zeugnis in der Hand halten, was wieder das Vorurteil der "dummen Amis" bestätigt. Referenzen wie Praktika zählen in den USA wesentlich weniger, da diese meißtens zum Geldverdienen für die horrenden Studiengebühren gebraucht werden.
Ach und irgendwie hab ich den Eindruck, dass sich viel zu viele Leute nur sehr einseitig für Themen interessieren. Politik, Weltgeschehen, Sport, Wissenschaft. Es gibt ganz wenige Leute die an einem breit gefächertem Allgemeinwissen interessiert sind. Viele sind Fachidioten was gelegentlich echt anstrengend sein kann, wenn man vom Fachthema mal auf was anderes wechselt, wovon der Gegenüber dann wieder keinen blassen Schimmer hat...

Ein Sozialsystem...
...wird hier gerade mühsam eingeführt aber von allen Seiten torpediert. Was ist so schlecht daran, dass man regelmäßige Beiträge bezahlt um sich im Krankheitsfall auch mal teure Medikament leisten zu können? Was ist so schlecht daran wenn der Staat ein Interesse am Wohl der eigenen Bürger hat? Amerika ist das Land des totalen Liberalismus. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Das ist in den meißten Fällen kein Problem, doch die wenigen Fälle die damit hoffnungslos verloren sind, tragen sicherlich zur hohen Kriminalität in diesem Land bei.

Zur Vollständigkeit: http://hofherr.kulando.de/post/2011/05/18/was-deutsche-von-den-amerikanern-lernen-k-nnen

An einem sonnigen Tag Anfang Mai entschieden wir uns gen Süden zu fahren. New Orleans sollte das Ziel lauten. Also mal wieder auf Arbeit zig E-Mails hin- und hergeschickt und nach einiger Zeit hatten wir ein Hotel, Mietwagen und die Gewissheit, dass 12 Stunden Fahrt verdammt lange sein werden... Je näher unser Trip kam dest krasser wurden die Wetterkapriolen hier im Südosten der USA. Nachdem in dem umliegenden Bundesstaaten 89 Menschen bei Tornados umgekommen sind, wurde auch noch die Region am Mississippi-Delta (wo New Orleans liegt) von Hochwasser bedroht. Schweren Herzens entschieden wir uns 3 Tage vor Abfahrt den Trip zu stornieren. Wir hatten allerdings imemr noch den Mietwagen und ein langes Wochenende (wegen Memorial Day) vor uns. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion entschieden wir nach dem Adlersuchprinzip auf der USA-Landkarte nach St. Louis, Missouri zu fahren. Auch eine Stadt am Mississippi, auch ganz schön weit weg und "irgendwas wirds da schon geben".
Die Truppe war echt cool und voller Partylaune starteten wir Freitags mit einem kleinen BMW 328i und unserem Mietwagen gen Nordwesten. Standesgemäß für die USA haben wir uns einen GMC Yukon mit 250 PS und einer 5,7 Liter V8 Maschine gemietet.

Wenn die Spritanzeige am Berg auf einen Verbrauch von 2 Miles/Gallon umspringt, weiß man warum in den USA der Spritverbrauch ins Astronomische steigt... BMW holt die selbe Leistung aus kleineren Motoren mit wesentlich weniger Spritverbrauch raus...

Angekommen in der Stadt des "Gateway to the West" bestaunten wir erstmal das Monument für die Westexpansion, quasi den in Stein gemeißelten Gateway to the West, den "Gateway Arch". Dieser ist unbeschreibliche 192m hoch und vorallem Nachts kommt man sich vor, als ob man den Ringplaneten von "Halo" anschaut. Beeindruckend!

Sonntags konnten wir auch mal den Blick auf die Stadt genießen, wobei doch einigen beim Anblick des fensterlosen Aufzugs oder der schwankenden Spitze ganz mulmig im Bauch wurde...

Mulmig im Bauch wurde uns auch beim Genuss von zu viel Freibier in der Budweiser-Brauerei. Diese "traditionsreiche" Brauerrei hat das lächerliche Alter von 130 Jahren und stellt in St. Louis die besonderst widerliche Sort "Bud Light Lime" her. Egal. Alkoholtourismus muss sein.

Nach dem obligatorischen Touristenfoto an der Route 66 und dem angebliche "besten Eis" Amerikas bei "Ted Drews" statten wir noch dem örtlichen Science-Center einen Besuch ab. Wissenschaftlich korrekt konnten wir hier lustige Mini-Arches bauen oder uns erklären lassen, dass die Space-Station Räder zum landen hat...

Um unsere gemachten Forschungserbenisse gebührend zu feieren, beehrten wir an diesem Abend noch einen netten Club, der augenscheinlich nur mit Bacheloretten gefüllt war. Gut dass hier jedes Mädel mit 21 heiratet und mit ihren netten Freundinnen nochmal richtig einen drauf macht...Der Abend verlief standesgemäß.

Um die Rückfahrt etwas zu entzerren (was nicht gelang, da wir damit 2 ellenlange 6 Stundenfahrten hatten...) fuhren wir bereits Sonntag schonmal gen Süden und legten in der Countryhauptstadt in Tennessee, Nashville, einen Stopp ein. War es bei meinem letzten Besuch noch vergleichsweise kalt, konnten wir dieses Mal auf der Straße tanzen und in diversen Countrybars die Kuh fliegen lassen. Die Heimatstadt von Johnny Cash und Co. ist einfach ein super Ort um Party zu machen.

Am nächsten Tag statteten wir noch dem größten Höhlensystem der Welt, die Mammoth-Caves in Kenntucky, einen Besuch ab und machten uns dann auf unseren viel zu langen Heimweg. 

Mehr Fotos vom Trip: http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/237215

Es spricht für den Trip, das fast alle Mitfahrer nun auf der Arbeit abhängen und sehnlichst das nächste Wochenende erwarten. Jeder kränkelt rum...

Zum Glück ist meine Thesis abgegeben!

Zustand: Krank, Halsweh, dumme Klimanlagen
Temperatur: 39° C im Schatten, Schwül :-(

…und zwar von Miami nuff zu mir. Nach einer längeren Autofahrt erreichen Luke und Christian Freitags Nachts die berühmt berüchtigte Farm in South Carolina.
Spontane „he ich hab meine Diplomarbeit fertig und komm mol vorbei“-Aktionen sind doch einfach das Beste.
Nachts um 3 köpfen wir erst mal noch ein paar Bierchen und ich genieße es nach monatelanger Pfälzisch Abstinenz mal wieder richtig Dialekt zu babbeln ;-)
Um den Aufenthalt in den Südstaaten so authentisch wie möglich zu gestalten, gehen wir am nächsten Morgen erst mal ausführlich im „Dennys“ brunchen. Der Vorschlag, danach ballern zu gehen, trifft auf allgemeinen Zuspruch… Gesagt, getan –
routiniert stellen wir den Einsatz der Navy Seals nach und ballern natürlich auf das „currently most famous target“ – de Osama ;-) Diese Amerikaner – immer wieder für einen Spaß zu haben.

Mein 2ter Besuch auf der Shooting Range ist wesentlich unkomplizierter und es ist erschreckend, wie schnell doch eine Art Routine beim Umgang mit Waffen einzieht…

Nach 2 weiteren BBQs, einem obligatorischen Abend in einer amerikanischen Sportsbar und einer ausgiebigen Shopping-Tour brechen die beiden zu ihrem weiteren Urlaub auf, der sie bis nach Canada führen wird.

Mehr dazu im Blog der beiden: http://engineeronboard.wordpress.com/

Fotos von der Range: http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/236124

In meinen bald 5 Monaten habe ich viel über die "verrückten" Amis geschrieben und dass alle hier am Rad zu drehen scheinen. Doch selbst von den Amis können sich die Deutschen einige Scheiben abschneiden was diverse Dinge angeht.

Uniformen elimieren soziale Unterschiede.
Auch wenn viel über das amerikanische Arbeitssystem, mit seinen 7 Tage Wochen und fehlender Krankenversicherung, gemeckert wird. Was mir hier besonders gefällt sind die Arbeitsuniformen. Es gibt viele hässliche Exemplare, aber die meisten, auch diese hier im Unternehmen, sind sehr schick (es gibt Polos, Pullover, Longsleeves, blaue und weiße Hemden) und vermitteln einen gewissen Coolness-Faktor. Neben dem klaren Vorteil, dass man morgens nicht lange nach Klamotten suchen muss, steigt die Verbundenheit zum Unternehmen und das Bewusstsein für die Arbeit. Wenn ich meine Klamotten anhabe, gehöre ich dazu und verhalte mich auch anders. Speziell bei BMW hat die "Uniform" noch den Vorteil, dass der Vorname aufgestickt ist und man so nie Verständigungsprobleme hat. "Hallo äh ..." gehört der Vergangenheit an. Das Konzept der gleichen Ebene drückt sich auch so aus, dass man vom Bandarbeiter bis zum Werksleiter jeden mit Vornamen anredet. In Deutschland undenkbar ist das hier Gang und gebe und hilft einem schnell in ein Gespräch zu finden. Klar ist es hier dann schwer Oberflächlichkeiten von persönlichen Dingen zu unterscheiden, aber in einigen Wochen hat man auch das raus.

Generelle Freundlichkeit und Optimismus
Während in Deutschland jeder erst einmal wesentlich pessimistischer an Dinge rangeht, ist das hier anderst. "The american way of life" existiert noch und verschafft den Menschen hier eine gewisse Grundfröhlichkeit, die erst einmal ansteckend ist. Viele Freundlichkeitsfloskeln sind aufgesetzt, aber oftmals haben die Menschen oft ein Interesse an dem eigenen Befinden und freuen sich wenn man auf "How are you" auch mal "Fine. Today is a nice day" antwortet. In Deutschland regen wir uns zu oft über kleine Dinge maßlos auf. Hier wird das oft mit einem Schulterzucken hingenommen und "es wird schon weitergehen". Ob das Auto am Straßenrand liegt oder der Schuldenberg exorbitant wächst. Alles ist halb so schlimm und wird oft auch mit einer gesunden Dosis Sarkasmus ausgeglichen ("Meine Studiengebühren sind so hoch - aber was solls - 2027 habe ich alles abbezahlt...";)

Kunde ist König
Während in Deutschland der Kunde im laufenden Betrieb nur zu stören scheint, so steht er hier in Amerika noch im Mittelpunkt. Generell wird man überall herzlich begrüßt und nach dem Befinden gefragt. Im Restaurant bekommt man ungefragt Wasser hingestellt, oft auch kleine Snacks. Gerne geben die Bedienungen Auskunft über ihre eigenen Lieblingsessen und wenn man mal nach rekordverdächtiger Zeit sein Essen vor der Nase hat, wird man (fast schon zu oft) gefragt ob es schmeckt. Ist dies nicht der Fall kann man auch das halbaufgegessene Steak ohne Probleme zurückgeben und bekommt ein Neues. Ist der Kunde zufrieden muss man sich nicht vor schlechten Restaurantkritiken im Internet fürchten (diese zählen hier wesentlich mehr als in Deutschland).
Auch im Supermarkt ist der Kunde noch König. Ich habe oft über die „dumme“ Wal-Mart-Politik geschrieben – viele Artikel ungefragt 90 Tage zurückzunehmen. Eigentlich sollten sich Real, Media Markt und Co. da mal eine Scheibe abschneiden. Wenn ich nach einigen Wochen Gebrauch ein Gerät doch nicht benötige oder es nicht passt gebe ich es zurück. In Deutschland muss man einen triftigen Grund angeben, wenn man mehr als 14 Tagen auf der Matte steht. Hier werden Produkte auch teilweise weit nach 90 Tagen auch ohne Kassenzettel zurückgenommen (z.B. ein ein Prakti hier sein Navi 1(!) Jahr nach Kauf bei BestBuy auf Kulanz zurückgeben können) – das ist Service!
Weitere Kleinigkeiten werde ich in Deutschland vermissen. So mühe ich mich in Karlsruhe beim Aldi permanent ab, die Scangeschwindigkeit der Kassiererin mit meiner Einräumgeschwindigkeit zu synchronisieren. Das schaffe ich oft nicht und dann stapeln sich meine Sachen um die Kasse  rum. Hier im Aldi hat keiner Probleme damit, dass die Kassierin „deine“ Sachen nochmal in die Hand nimmt und in einen bereitgestellten Wagen räumt. Man stellt dann seinen leeren Wagen neben den vollen und geht. Geht alles viel schneller und ist für den Kunden sehr bequem.
Selbst die Post ist so freundlich hier, dass sie einem Post und Pakete bringt, diese aber auch mitnimmt wenn man sie in den eigenen Briefkasten legt und das Fähnchen hochmacht. Öffentliche Briefkästen würden hier als extreme Unfreundlichkeit der Post abgestempelt werden und ignoriert werden.

Leistungsbereitschaft
Auch wenn die Deutschen sicherlich kein faules Volk sind, so läd unser Sozialsystem doch ein, sich auszuruhen. Hier weiß man – „wenn ich keinen Abschluss habe muss ich unter der Brücke schlafen..“ Das beflügelt allgemein und hat alle Amis, die ich so getroffen habe, dazu gebracht horrende Kredite aufzunehmen und Praktikas in den entlegendsten Orten der USA zu machen. Wer nichts macht wird es auch zu nichts bringen. Vom Tellerwäscher zum Millionär ist immer noch ein schwerer Weg, die andere Richtung ist aber wesentlich einfacher. Geld ist in den Staaten wesentlich flüssiger. Hält man es nicht zusammen, fressen Lebensstil und Faulheit gerne mal einen Löwenanteil weg.

Umzugsbereitschaft
Für einen Amerikaner ist es selbstverständlich, dass er dort hinzieht wo er Arbeit findet. Der enorme amerikanische Erfolg von Facebook gründet sich auch auf solche Tatsache, dass ein amerikanischer Freundeskreis über gigantische Entfernungen verstreut sein kann. Der Umzugsort ist dann schnell die neue temporäre Heimat. Ein Eigenheim ist auch deshalb nur aus Holzlatten zusammengenagelt, da man es ja jederzeit wieder verkaufen möchte. Das europäische Konzept „Ich baue ein Haus und wohne dort die nächsten 60 Jahre“ ist hier nicht bekannt. Ich denke auch bei uns wird diesbezüglich bald ein Umdenken einsetzen, wenn die Verstädterung weiter zunimmt und zunehmend Landstriche veröden.
Trotzdem hängt man hier auch an seiner Heimat und freut sich natürlich auch wieder Freunde und Familie zu treffen. Das Wiedersehen ist dann aber oft ein großes Fest und verkommt nicht zu täglicher Routine. Weit weg wohnen hat auch seine Vorteile.

Weniger Verkehrsregeln sind oft mehr.
Die deutsche Verkehrsregelungswut vermisse ich hier nicht. Auch wenn hier jeder vom fehlenden Tempolimit in Deutschland schwärmt, so fährt es sich hier mit Tempolimit, aber mit weniger Verkehrsregeln, wesentlich gemütlicher. Rechts und links überholen ist kein Problem, funktioniert aber tatsächlich nur wegen dem exisitierenden Tempolimit von 60-70 Meilen/h. An der Ampel rechts abbiegen geht fast immer. Jeder cruist gemütlich durch die Gegend und ist stressfrei. Keiner Drängelt oder regt sich künstlich auf. An der Ampel wird auch mal gebremst wenn es grad gelb wird und wenn man mal zu schnell fährt - man kann immer noch den Officer aus einer Strafe rausreden (versucht das mal bei einem Blitzer...).

Grüße an Ute, die bereits die finnischen Tugenden aufgezählt hat: http://uteunterwegs.de/2011/05/was-die-deutschen-von-den-finnen-lernen-koennen/ :-)

Zur Vollständigkeit: http://hofherr.kulando.de/post/2011/06/06/was-amerikaner-von-den-deutschen-lernen-k-nnen

Nachdem ich das letzte Wochenende damit verbracht habe viele alte Bekannte zu verabschieden, gings dieses Wochenende mal wieder mit den "Germans" auf die Piste.

 
Ein ganz untypischer Trip stand an. Campen! Nachdem wir uns im Wal-Mart mit ausreichend Grillgut, Bier und Zelten eingedeckt hatten, gings auf Richtung Hilton Head an der Küste South-Carolinas. Doch halt. Spätestens als uns das Navi durch Savannah schickte, war klar dass wir wohl nicht in SC campen würden. Richtig - uns verschlug es letztendlich auf Tybee Island in Georgia - hier haben wir das letzte Mal einige interessante Erfahrungen mit einigen Schwarzen gemacht (siehe... "One night in Savannah)... Dieses Mal war es allerdings wesentlich angenehmer. Wir beschäftigten uns eigentlich die ganze Zeit mit grillen und kochen und wenn wir mal Zeit hatten, wurde einige Biere geköpft. 

 

Ein wirklich entspannter Trip. Kulturell haben wir uns noch 2 Forts reinzogen. Inzwischen habe ich allewichtigen Forts des Civil Wars durch ;-) Ausklingen ließen wir den Trip am Atantikstrand. Jetzt aber wirklich auf Hilton Head...

Mal ein ganz angenehmes Wochenende - vorallem wenn Smartphone, iPad und Fernseher mal aus und ganz weit weg sind.

Fotos: http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/235186 

Achso Fernseher... ich habe mir mal wieder einen im Wal-Mart "geliehen". Den 42"-TV gebe ich vor der Abfahrt gen Heimat einfach wieder zurück! Ich liebe Amerika!

 

Wetter: Bewölkt, 26°
Status: 2 Wochen Thesis und 6 Wochen Greenville sind noch übrig!

Scheiße. Genau. Geil. These are typical German filler words my American friends take back home. Sadly the longest internship needs to end and the domestics must go back to college.Thanks Joe, Ryan, Derek, Bill, Louis, Brittany and especially Meghan for the awesome times I spent with you. I will remember a lot of nonsense talk during lunchtime, nights we partied really hard, city trips, hikes, movie nights, driving events and so on… I also learned a lot of new vocabulary (like "ingenuity" or "unlawful";)!

If I’m in Pennsylvania, Virginia, Michigan or Massachusetts sometime, I will definitely give you a call!

After the last rotation of international interns went home end of April, I’m now the senior intern… Also greetings to all the people that already went back to Germany a few weeks ago. Thanks 2x Daniel, Stefan, Franz, Julian for the fun we had together!

 

So– “I’m reporting for duty” – the last time before I will fly back home on 7th of July.

Plans for this month include finishing my thesis and then partying really hard…. In June I need to organize everything I need to organize before going back to Germany. In the first week of July we will be again “on the road”. The farmers and I want to see Boston and New York! It will be a good finish for my internship. In summer I try then to start my masters degree or to start working at a big car manufacturer located in Munich… 

Dieses Wochenende haben wirs mal ruhig angehen lassen und eine weitere legendäre Farmparty veranstaltet. Nachdem wir von den ortsansässigen Rednecks mit Massen von Chicken-Legs versorgt wurden (Prädikat: sehr lecker) waren wir gestärkt um die Party zum Höhepunkt zu bringen.

Wer hätte das gedacht, aber der Spaßpegel der letzten Feste lässt sich noch steigern. Dieses Mal verzog sich keiner nach Downtown, sondern wir holten den Dancefloor einfach zu uns in Wohnzimmer - einfach nur crazy... Mehr kann ich dazu nicht mehr sagen.

Der Samstag war dementsprechend ernüchternd... Bei den Domestics am Pool ließ es sich allerdings aushalten!

Ausgeschlafen machten wir uns Sonntags auf zur traditionellen Maiwanderung. Diesmal leider ohne den Bollerwagen voll Bier aber trotzdem ne schöne Strecke.

In den Smokey Mountains hatten wir einen schönen Ausblick auf den "Ceasars Head". Nice.

Ein entspanntes Wochenende geht mit "FastFive" im Kino zu Ende... Ein Film in dem Spezialeinheiten der Polizei ohne Probleme nen Auto komplett zerlegen und wieder zusammenbauen können...

Fotos:
http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/233364
http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/233372

Auch dieses Wochenende war die Farm mal wieder verwaist. Uns zog es nach Las Vegas, Boston und Chicago. Ich flog mit der letzteren Gruppe Donnerstags Mittags gen Norden. Chicago, architektonische Perle am Lake Michigan lautete das Ziel.

Dem Spitznamen „Windy City“ machte die Stadt alle Ehre, und so schlugen wir uns Donnerstags und Freitags mit kühlen 10 Grad, Regen und Wind herum. Bei diesem Wetter konnten wir nur am Boden bleiben und die Stadt aus den verregneten Fenstern eines Sightseeing-Busses anschauen.

Nach einer typischen „DeepDish-Pizza“ (man kann es sich wie eine amerikanische Pizza-Torte vorstellen) stiegen wir Abends in einem gediegenen Jazzclub ab.

Am nächsten Morgen waren wir alle ausgeruht und der Wettergott meinte es gut mit uns. Wir konnten einen herrlichen Sightseeing-Tag in dieser faszinierenden Stadt verbringen. Chicago wurde vor 150 Jahren von einem verhehrenden Feuer verwüstet. Anstatt die Stadt aufzugeben, wurde sie noch prunkvoller als vorher wieder aufgebaut. Die ersten Wolkenkratzer entstanden in Chicago und auch heute stehen mit Willis-Tower (früher Sears-Tower) und John-Hancock-Tower einige der eindruckvollsten Vertreter dieser Häusergattung in der Stadt.

Die Besteigung des Sears-Tower sollte man nicht an einem Ostersamstag in Angriff nehmen. Nach 3 Stunden(!) Wartezeit durften wir endlich unsere typischen Touristenfotos auf dem Glasboden machen…Besser war da der folgende Abend auf dem Hancock-Tower. Hier mussten wir nur 30 Minuten warten. Oben konnten wir einen herrlichen Blick über die Stadt genießen. Die Bar im 94ten Stock versorgte uns mit genügend Bier,

sodass wir mit dem Sonnenuntergang erleben konnten, wie die Stadt zum Leben erwacht.

Nach einer gratis Popcorn-Probe (Käsepopcorn – Prädikat widerlich) holten wir uns am nächsten Tag noch weitere Touristenfotos im Millenium Park. Eine der Hauptattraktionen ist hier die „Bohne“. Komplett verchromt spiegelt sich die Skyline der Stadt in dem Kunstwerk. Beeindruckend.

Die Flucht aus dem Großstadtdschungel treten wir Sonntag Mittag mit Southwest an. Abends landen wir wieder in Greenville. Hello again Rednecks. Hello again schwüles Greenville.

Fotos bei Ipernity: http://www.ipernity.com/doc/hofherr/album/232291

"}